Grenzenlose Verwirrung auf der Schultafel

Schülerumfragen von Marco Leonardo und Michael Kent

Schule heutzutage

Unter der Überschrift "meine Tafel" präsentierte ein Lehrer das nebenstehende Foto im Internet, als wäre diese grenzenlose Verwirrung etwas, auf das man stolz sein könnte?! Wenn meine Tafel so aussehe, würde ich mich in den Boden schämen und die Sache vielleicht nur deshalb fotografieren, um mir zu überlegen, wie ich den Stoff in Zukunft übersichtlicher präsentieren könnte.

Doch in der heutigen Schule wird die Verwirrung kultiviert. Fachbegriffe werden nur mangelhaft erklärt (irgendwie muss der Schüler immer von selbst wissen, was was bedeutet), zentrale Lernschritte ausgelassen und Anschauungsmaterial oder praktischer Unterricht fast gänzlich ausgespart.

Doch am fatalsten wirkte sich der Einzug der Erziehungspsychologie seit Anfang des vorigen Jahrhunderts auf das Erziehungswesen aus. Aus der individuellen Vermittlung von wichtigen Werten und Informationen für das Leben wurde die Belohnung von "richtigem" (erwünschtem) und die Bestrafung von "falschem" (unerwünschtem), bzw. das Antrainieren von "sozial verträglichem" Verhalten, – das ist, was von der einstigen Erziehung übrig geblieben ist.

Marco Leonardo, der Begründer der Lebensschulen für Kinder (siehe auch Folgeartikel) fragte seine Schüler, wie Lehrpläne, Unterricht, Lehrer und Schule optimalerweise aussehen müssten, damit die Kinder Freude daran hätten. Die nachstehenden Antworten zeigen den Ist-Zustand, den Status Quo. Sie sind sozusagen eine Bestandsaufnahme dessen, was an unseremheutigen Ausbildungssystem – möglichst sofort – geändert werden muss. Und sie können als Ausgangsbasis für zukünftige Aktivitäten in dieser Richtung dienen.

Einige Fragen und Antworten

Ich würde gerne in die Schule gehen, wenn ... :

  • es auch eine Bewertung der Lehrer geben würde.
  • sie mehr über das, was die Welt im innersten zusammenhält, lehren würde.
  • man das sagen dürfte, was man denkt, ohne dass sich die Lehrer gleich angegriffen fühlen.
  • es Stunden gäbe, in denen jeder seine individuelle Kreativität (unter Anleitung – nur kleine Hilfestellungen) ausüben könnte, ohne Vorschriften.
  • ich nicht soviel Unnützes lernen müsste.

Schule müsste...:

  • praxisorientierter sein und Kenntnisse vermitteln, die wirklich wichtig sind für das spätere Leben jedes einzelne.
  • gerechter sein.
  • einzelne Talente besser fördern.
  • die Freude und das Interesse der Schüler wecken.
  • ein Ort zum Wohlfühlen, mit gemütlicher Atmosphäre.
  • wie ein zweites Haus, eine zweite Heimat für Lehrer und Schüler sein.

Die Lehrer müssten..:

  • auf die Fähigkeit geprüft werden, ob sie Menschen etwas übermitteln können.
  • den Unterricht so gestalten, dass sie selbst 8 Stunden ihr Schüler sein könnten.
  • Ahnung haben, von dem, was sie uns beibringen wollen.
  • ihre Arbeit und ihre Kinder gerne haben.
  • die Schüler nicht in vorher festgelegte Richtungen lenken/zwingen.

Ergänzende und zusätzliche Informationen finden Sie unter:

  • Marco Leonardo
    Heinz-Röttger-Str. 1
    D-06846 Dessau (Sachsen-Anhalt)
    Tel.: (03 40) 661 24 60
    E-Mail: lebensschule@gmx.de

Dieser Artikel ist eine gekürzte Fassung aus der Depesche Ausbildung heute.

Mehr Informationen finden Sie auch in diesem ergänzenden Artikel.

Marco Leonardo war am 14. Februar 2004 in Stuttgart!!! Nähere Infos bei Neue Impulse e.V.

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